Haushalts- und Finanzausschuss des Landes Rheinland-Pfalz stimmt den Plänen für Braubach zu und sichert Finanzierung

Grünes Licht für Hochwasserschutz

Braubachs Neustadt wird vor den Fluten des Rheins geschützt

In nicht mehr allzu ferner Zukunft wird nicht nur die Braubacher Altstadt, sondern auch die Neustadt vor den Hochwasserfluten des Rheins geschützt sein: Der Haushalts- und Finanzausschutz des Landes sagte jetzt "Ja" zum dem Projekt und sicherte die Finanzierung.

BRAUBACH. Ein Meilenstein auf dem Weg der Hochwassernotgemeinschaft (HWNG) Braubach, die sich seit ihrer Gründung für den umfassenden Schutz der Stadt Braubach eingesetzt hatte. Mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP wurde das Vorhaben "Hochwasserschutz Neustadt" am Donnerstag im Mainzer Ausschuss verabschiedet, so berichtete HWNG-Vorsitzender Heinz Scholl, der der Sitzung beigewohnt hatte. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte nicht zugestimmt, da sie Bedenken gegen das Finanzierungsmodell (eine private Vorfinanzierung nach dem "Mogendorfer Modell", wir berichteten) hatte, in der Sache aber für den Hochwasserschutz Neustadt Braubach sei, so Scholl weiter. Der Baubeginn ist in greifbare Nähe gerückt.    (kr)

Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 24.09.2005, Seite 16.

Wortwechsel

"Ein echter Glücksfall für Braubach"

 Heinz Scholl, der Vorsitzende der Hochwassernotgemeinschaft (HWNG)

Ein "Feiertag" für die Mitglieder der Hochwassernotgemeinschaft Braubach, die sich seit den 80er Jahren für den Hochwasserschutz Braubach einsetzen. Vorsitzender Heinz Scholl zieht im Gespräch mit unserer Zeitung ein Resümee der Arbeit in den vergangenen Jahren.

 Herr Scholl, wenn Sie zurückblicken: Wann begann die Planung für das Projekt Hochwasserschutz Neustadt und wie beurteilen Sie rückblickend die lange Wegstrecke?

Nachdem der Hochwasserschutz für die Braubacher Altstadt konkrete Formen annahm, war klar, dass mit dem Schutz der Neustadt weitergemacht werden muss. Wir haben immer gesagt, wir kämpfen für beides, wir wollen auch für die Neustadt eine Machbarkeitsstudie aufstellen und den Schutz vor der Flut verwirklichen. Die Hochwassernotgemeinschaft hat etwas erreicht, was ein echter Glücksfall ist: Alle Fraktionen im Stadtrat waren sich einig, dass das Projekt notwendig ist, alle Parteien im Landtagsausschuss ebenfalls. Mehr kann man nicht erreichen.

 Was bedeutet der geplante Deich für Braubach und insbesondere für die Neustadt?

Für Braubach ist der Hochwasserschutz eine echte Chance in vielerlei Hinsicht: Der Damm wird nicht nur Schutz sein, sondern auch das Stadtbild beeinflussen und prägen. Er kann als Rad- oder Spazierweg genutzt werden, bietet die Möglichkeit, die Stadt touristisch aufzuwerten. Die Menschen in der Neustadt werden wieder in ihre Häuser und Anwesen investieren. Sie haben wieder Mut.

 Wie geht es jetzt weiter? Wann wird die Neustadt flutsicher sein?

Wir haben alle unsere Hausaufgaben gemacht. Das heißt, die Planung steht, die Ausschreibung ist erfolgt. Was fehlte war noch die Finanzierung - und die ist jetzt gesichert. Ich gehe davon aus, dass der erste Spatenstich in den nächsten Wochen erfolgt, dass Anfang 2006 heftige Erdbewegungen erfolgen und - hoffentlich - Ende 2007 die Neustadt hochwasserfest ist.

 Die Fragen stellte Karin Kring

Rhein-Lahn-Zeitung - Ausgabe Bad Ems, Lahnstein vom 24.09.2005, Seite 16.