Hochwassernotgemeinschaft Braubach

33 Jahre nach dem Doppelhochwasser

 im FrŸhjahr 1983

Gedenkfeier und Jahreshauptversammlung

 

Hochwasserschutzma§nahme noch immer nicht abgeschlossen

Kritik am fehlenden Deichhandbuch

und nicht aktualisierten Alarm- und EinsatzplŠnen erneuert

Im wŸrdigen Rahmen der Barbarakirche begrŸ§te HWNG Vorsitzender Heinz Scholl rund 30 Mitglieder und interessierte MitbŸrger zu einer kleinen Gedenkfeier aus Anlass des 33. Jahrestages des Doppelhochwassers im MŠrz/April und Mai 1983, das damals zum Auslšser der GrŸndung der Hochwassernotgemeinschaft Braubach wurde.

Ein besonderer Gru§ ging hierbei an AltbŸrgermeister Albert Dšrschug und den amtierenden StadtbŸrgermeister Joachim MŸller, die beide in ihren RedebeitrŠgen das unermŸdliche und letztendlich erfolgreich Wirken der Hochwassernotgemeinschaft mit ausdrŸcklichem Dank wŸrdigten. Albert Dšrschug verhehlte dabei auch nicht die anfŠnglichen Meinungsverschiedenheiten bei der GrŸndung der BŸrgerinitiative, die aber durch einen andauernden konstruktiven Dialog ausgerŠumt werden konnten.

Die ausgestellten und per Power-Point gezeigten Bild- und Textdokumente boten hierbei vielfŠltigen Anlass die eine oder andere Erinnerung der eigenen Hochwassererlebnisse unter den GŠsten wieder aufleben zu lassen.

In einem kritischen Ausblick mit aktueller Sachstandsanalyse beschŠftigte sich anschlie§end HWNG Vorsitzender Heinz Scholl unter der †berschrift:

Der Hochwasserschutz Braubach – eine (fast fertige) 17 Millionen Investition mit offenen Fragen

 

Konzentrierte Aufmerksamkeit der Zuhšrerschaft bei der Auflistung der Handlungsdefizite beim Hochwasserschutz Braubach.

Bei fehlendem Deichhandbuch und einem ebenfalls noch ausstehenden Hochwasserschutzkonzept fŸr Braubach verwies Scholl so zunŠchst auf ein von der EU gefordertes

 

Risikomanagement in Verbindung mit Risikokommunikation

Hierbei geht es um AufklŠrung und Beratung der Bevšlkerung mit Blick auf Extremhochwasser und daraus resultierender DeichŸberflutung.

Nach Meinung der HWNG muss vielmehr als bisher eine intensive Risikokommunikation, insbesondere was die GefŠhrdung durch Extremhochwasser betrifft, erfolgen. Im Juni 2013 war das Extremhochwasser an Elbe und Donau, mit seiner ŸbermŠ§ig regenreichen Wetterfront, nur ca. 150 km vom Rhein entfernt, eine nachhaltige Sensibilisierung am Rhein ist jedoch kaum erfolgt.

Mehr als ŸberfŠllig ist daher eine intensive AufklŠrung und Beratung der Bevšlkerung Ÿber die bestehenden Risiken bei Extremhochwasser in den vermeintlich geschŸtzten Bereichen hinter den Hochwasserschutzanlagen.

ãNur ein gutes Risikomanagement - kombiniert mit einer umfassenden Risikokommunikation -  kann gro§e SchŠden und menschliche Tragšdien verhindern und darf daher nicht auf die lange Bank geschoben werden,Ò so Scholl.

Der Deutsche Wetterdienst weist ausdrŸcklich darauf hin, dass der Klimawandel Auswirkungen auf die Hochwasserentwicklung haben wird. Die statistische Eintrittswahrscheinlichkeit von Extremhochwassern – nach fast 22 Jahren relativer Ruhe am Rhein – ist daher gerade fŸr diese Region au§erordentlich hoch.

 

Aktualisierung der Alarm- und EinsatzplŠne

 

Der letzte und einzige Probeaufbau der gesamten mobilen Schutzelemente im Schutzbereich Altstadt mit der Trogeinfahrt der L 335 in die Stadt fand am 13. Nov. 1999 statt!!!

 

Die Mitarbeiter des Bauhofes und die MŠnner der Feuerwehr sammelten so vor nun mittlerweile fast 17 Jahren erste Erfahrungen beim Transport, dem Einbau und der spŠteren Lagerung der verschiedenen Mobilelemente und konnten hierbei im direkten GesprŠch mit dem Hersteller die anfallenden Probleme vor Ort klŠren.

Eine erste Manšverkritik fand damals bereits am 13. November bei der Mittagspause im FeuerwehrgerŠtehaus statt und wurde am 16. November mit allen Beteiligten bei einer gemeinsamen Nachbesprechung in der Verwaltung der ehemaligen Verbandsgemeinde Braubach umfassend eršrtert und protokolliert.

Am 13. Dez. 1999 folgte dann die offizielle †bergabe der Hochwasserschutzanlage fŸr die Altstadt.

 

Eine GesamtŸbung – einschlie§lich des 2009 fertig gestellten Hochwasserschutzes fŸr die Neustadt – ist bisher noch gar nicht durchgefŸhrt worden. Ein von der HWNG Braubach im Juli 2013 angemahntes Deichhandbuch, als sinnvolle Grundlage fŸr eine solche umfassende †bung, liegt auch im Mai 2016 immer noch nicht vor.

 

Auf Initiative der HWNG Braubach fand am 9. Januar 2014 ein Treffen mit Ralf Schernikau aus dem Umweltministerium, weiteren Behšrdenvertretern, dem StadtbŸrgermeister Joachim MŸller und Fraktionsvertretern des Rates der Stadt Braubach statt. Hierbei wurden die Weichen fŸr ein Hochwasserschutzkonzept fŸr Braubach gestellt. In diesem Zusammenhang wird sich die HWNG Braubach auch finanziell an einem von ihr angeregten Deichinformationspfad beteiligen. Es geht hier insbesondere um die Vorbereitung und Sensibilisierung der Bevšlkerung und Verwaltung mit Blick auf Extremhochwasser -  wie sie im Jahr 2013 die Bevšlkerung an Elbe und Donau heimsuchten. Au§erdem wurde hierbei erneut das immer noch fehlende Deichhandbuch und die offizielle †bergabe der funktionierenden Hochwasserschutzanlage an die Stadt Braubach nachdrŸcklich eršrtert. Verwaltung und Vertreter der Wasserwirtschaft vereinbarten damals dazu weitere Termine in Braubach.

Mit Blick auf die Extremhochwasser an Elbe und Donau im Jahre 2013 hatte die HWNG bei der Wasserwirtschaft auf Handlungsdefizite hingewiesen und eine Veranstaltung fŸr Ende 2014 vorgeschlagen mit dem Thema:

Wie gut sind wir vorbereitet auf Extremhochwasser am Rhein und auch einer mšglichen DeichŸberflutung in Braubach? 

In einer gemeinsamen Veranstaltung anlŠsslich der Jahreshauptversammlung 2014 musste die Wasserwirtschaft dann noch erhebliche MŠngel beim Braubacher Hochwasserschutz eingestehen (Die RLZ u. der SWR berichteten). Ein Deichhandbuch wurde bis Sommer 2015 in Aussicht gestellt. Leider ist dies aber auch im FrŸhjahr 2016 noch nicht in Sicht - wie Anfragen Ÿber den StadtbŸrgermeister an die Wasserwirtschaft ergaben. Andauernde Rechtsstreitigkeiten mit der Baufirma des Hochwasserschutzes wurden dafŸr ins Feld gefŸhrt.

 

ãDie HWNG Braubach Ÿberlegt nun den Deichinformationspfad in eigener Regie zu verwirklichen und in erneuten Initiativen auf den Ebenen von Behšrden, Verwaltung und Politik auf die Handlungsdefizite hinzuweisen. Als erstes will der Vorstand hierzu einen GesprŠchstermin mit dem Landrat des Rhein-Lahn-Kreises (zustŠndig im Katastrophenfall!) vereinbaren,Ò so Scholl abschlie§end zum aktuellen Sachstand.

 

Die Regularien der anschlie§enden Jahreshauptversammlung mit Wahlen wurden dann zŸgig abgehandelt. GeschŠftsfŸhrer Kurt Clos trug die zahlreichen Termine und AktivitŠten des Vorstandes vor und Kassenwartin Ulla Schul einen fundierten und geprŸften Kassenbericht, dessen solider Kassenstand auch in Zukunft eine effektive Arbeit der Hochwassernotgemeinschaft ermšglicht.

Nach Entlastung des Vorstandes erfolgte unter der Wahlleitung von Albert Dšrschug die Neuwahl des Vorstandes. Der Vorstand wurde dann unter gro§em Lob und Dank der Mitglieder komplett im Amt bestŠtigt; 1. Vorsitzender: Heinz Scholl, 2. Vorsitzender: Florian Gerkens, GeschŠftsfŸhrer: Kurt Clos, Kassenwartin: Ulla Schul, SchriftfŸhrer: Klaus Maeckel, Beisitzer: Frank Kreutzer und Holger Puttkammer, KassenprŸfer: Werner Mangold und Klaus Wacket.

Der alte und neue Vorstand der Hochwassernotgemeinschaft Braubach:

(v.l.) Holger Puttkammer, Kurt Klos, Frank Kreutzer, Ulla Schul, Florian Gerkens, Klaus Maeckel, Heinz Scholl

 

Ziel des alten und neuen Vorstandes ist eine nachhaltige Intensivierung der AufklŠrungsarbeit zur Schaffung von Gefahren- und Risikobewusstsein, eine damit einhergehende verstŠrkte Mitgliederwerbung und die mittelfristige weitere VerjŸngung des Vorstandes.