Hochwassernotgemeinschaft Braubach e.V. 
 

Aktuelles

27.07.2025

Die Hochwassernotgemeinschaft zu Besuch beim Werkleiter der Verbandsgemeinde

Im Vorfeld des Gesprächstermins stand eine Bürgeranfrage im Herbst 2024, welche die HWNG zunächst an die Stadtverwaltung gerichtet hatte. Darin befasst sich die Bürgerinitiative mit dem Umstand, dass im Falle der Überflutung des Hochwasserschutzes Braubachs Abwasser aus der Kanalisation tritt. Ein Umstand den ein gemischtes Abwassersystem, Oberflächenwasser und Abwasser nutzen ein gemeinsames Kanalsystem, seit jeher mit sich bringt. Ab 2027 wird jedoch auch das Dachshäuser Abwasser nach Braubach geleitet. Die HWNG kann sich mit der Situation nicht abfinden, dass im überschwemmten Braubach noch zusätzlich die Fäkalien des Nachbarortes austreten. Die Hochwässer der Jahre 1993 und 1995 zeigten, dass praktisch kein Austausch zwischen der Rheinströmung und dem überfluteten Stadtgebiet stattfindet. Im gemeinsamen Gespräch konnte die Kompromisslösung gefunden werden, das Dachsenhäuser Abwasser während einer Überflutungslage zurück zu halten. Im Detail staut sich das Abwasser, soweit die Kapazität es zulässt, in einem Dachsenhäuser Rückhaltebecken und wird nur dann nach Braubach geleitet, wenn das Braubacher Pumpwerk dies auch verarbeiten kann. Nach Vorschlag der HWNG sollte diese Maßnahme in den Hochwassereinsatzplan der Stadt Braubach aufgenommen werden.
Bild 1 Kopie.jpgÜberflutung im Bereich der Trogstrecke, Dezember 1993; Foto F. Gerkens

Auf der Agenda der HWNG steht seit Jahren die Ausfallsicherheit des Hochwasserschutzes. Insbesondere der Stromausfall birgt das größte Risiko eines Versagens während des Einstauens. Leider wurde es versäumt, die Braubacher Hochwasserschutzanlagen mit Notstromaggregaten auszurüsten. Hochwasserschutz als Teil der Abwasseranlagen zählt zur kritischen Infrastruktur. Eigentlich ist es ein Standard, dass Pumpwerke des Hochwasserschutzes über eine autarke, redundante Energieversorgung verfügen. So zum Beispiel in Neuwied, Köln, Dresden oder Grimma. Nordrhein-Westfalen geht mit gutem Beispiel voran und verfügt per Runderlass alle in einem Überschwemmungsgebiet arbeitende Abwasseranlagen mit Notstromaggregaten zu versehen. In diesem Zusammenhang verweist Werkleiter Herr Krämer auf die Ausarbeitung einer Risikoanalyse zur Trinkwasser- u. Abwassersituation der VG-Loreley.

Bild 2 Kopie.jpg[Bild 2:]
Flutventil an dem Pumpwerk Rheinstraße; Foto F. Gerkens

Abwasser liegt im Aufgabenbereich der Verbandsgemeindewerke; der Hochwasserschutz ist Aufgabe der Stadt Braubach. Es erscheint wenig verwunderlich, dass die kleinteilige Verwaltungsstruktur die Suche nach Lösungen nicht vereinfacht. Umso mehr dankt die HWNG Herrn Krämer für das Gespräch an dem auch der Beigeordnete der Stadt Braubach Herr Marius Risch teilnahm. So konnten in der Kommunikation Impulse zu den Themen Ausfallsicherheit und Abwassermanagement gesetzt werden. Teilnehmer der HWNG Braubach waren Holger Puttkammer, Frank Mangold, Kai Wernecke, Heinz Scholl und Florian Gerkens.

V.i.S.d.P.
Florian Gerkens

Admin - 11:18:08 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen

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