Hochwassernotgemeinschaft Braubach e.V.
Erhalt des Bewusstseins der Bedrohung durch Hochwasser

Presse


INFO zur aktuellen Hochwasserlage

Höchststand wurde bei 7,43 m Braubacher Pegel erreicht

Blick vom Pumpwerk Finkenweg vor der Braubacher Neustadt entlang des Schutzdammes zur Marksburg beim Höchststand am vergangenen Sonntag.

Die aktuellen Frosttemperaturen werden zunächst weiteres Ansteigen verhindern.  Es besteht aber die Gefahr, dass die Pegel auf einem relativ hohen Niveau stagnieren werden. Bei schnellem Abtauen mit Regen in den Mittelgebirgslagen, wird so die nächste katastrophale Hochwasserwelle ein gemachtes Bett vorfinden und schneller Fahrt aufnehmen. Für eine echte Entwarnung ist es daher noch zu früh.

Hochwasserimpressionen – Zwischenstand

Die Notstromversorgung wurde erfolgreich am Pumpwerk Eingang Charlottenstraße getestet. Die Untere Gartenstraße vorsorglich mit Stegen möbliert. Die Trogeinfahrt zur Stadt konnte noch freigehalten werden, eine Flutung wird erst ab einem Pegel von 7,60 m eingeleitet; dadurch soll ein Auftrieb der Trogwanne durch Grundwasserdruck kompensiert werden. Ein Lob für die gute vorausschauende Arbeit von Bauhof, Verwaltung und Feuerwehr.

Dank an VG-Bürgermeister Mike Weiland für die unbürokratische Umsetzung der Anregung des HWNG Vorstandes eine Hochwasserinformation zur Vorsorge für Neubürger*Innen auf der ersten Seite des Loreley-Echo zu veröffentlichen. „Dies war sicherlich nach Jahren der Hochwasserabstinenz auch generell ein nützlicher Beitrag gegen teilweise schon feststellbarer Hochwasserdemenz nach Jahren mit extremen Niedrigwassern“, so die Erfahrung im Austausch mit Hochwasserbetroffenen von Heinz Scholl, dem 1. Vorsitzenden der HWNG Braubach.

„Wir hoffen nun aber auch, dass das aktuelle Hochwassergeschehen dazu beiträgt das seit 2018 erwartete Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept für die VG-Loreley endlich abschließend vorgestellt wird, so die Erwartungshaltung des HWNG Vorstandes, der sich dazu schon mehrfach mit Stadtbürgermeister Joachim Müller und VG-Bürgermeister Mike Weiland ausgetauscht hat, die ebenfalls keinen Hehl zum derzeitigen unbefriedigenden Sachstand machen."



 Mitgliederversammlung der HWNG Rhein e. V. 

am 13. November 2019 in Braubach

Anpassung an den Klimawandel durch Vorsorge und Resilienz

Die diesjährige Mitgliederversammlung der Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V. findet am Mittwoch, den 13. November 2019, um 13.00 Uhr, in Braubach statt. Hier nahm nach dem Doppelhochwasser von 1983, mit Gründung einer Bürgerinitiative, das Engagement zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, das 1996 in der Gründung der Hochwassernotgemeinschaft Rhein (HWNG Rhein e. V.) mündete, seinen Anfang. 

Angesichts eines weiteren Rekordsommers scheint auch in diesem Jahr der Gedanke an ein Hochwasser weit hergeholt. Prognosen besagen jedoch, dass der Temperaturanstieg von ca. 1,5 bis 4,0 Grad Celsius gegenüber 1971-2000 zu einer höheren Verdunstung führt. Die Folge sind die in den letzten Jahren gehäuft zu beobachtenden extremen Wetterereignisse. Neben häufigeren, stärkeren und länger anhaltenden Hitzeperioden, sind das in unseren Breiten insbesondere nicht vorhersagbare Starkregenereignisse - aber auch extreme langanhaltende Hochwasser. 

Wenn auch die letzten verheerenden Hochwasser am Rhein 30 Jahre zurückliegen, haben die Hochwasser der letzten Jahrzehnte an Elbe, Oder und Donau gezeigt, dass man sich nicht in Sicherheit wiegen kann. Ein Extremereignis, bei dem die Schäden der „Jahrhundertereignisse“ von 1988, 1993 und 1995 bei weitem übertroffen werden könnten, ist auch am Rhein möglich. 

Wichtig ist daher eine umfassende Vorsorgestrategie, die nicht nur den technischen Hochwasserschutz beinhaltet, sondern auch die Flächenvorsorge, die Bauvorsorge, die Gefahrenabwehr usw. und zwar auch für extreme Hochwasser, die auch die Menschen hinter Hochwasserschutzanlagen betreffen können. 

In Rheinland-Pfalz wird die Hochwasser- und Starkregenvorsorge seit 10 Jahren durch das Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge vorangetrieben. Das IBH unterstützt Hochwasserpartnerschaften und in den letzten Jahren verstärkt die Kommunen bei der Erstellung von „Örtlichen Hochwasservorsorgekonzepten“. Eines von den ca. 600 fertiggestellten oder laufenden Konzepten, ist das „Örtliche Hochwasservorsorge-Konzept“ der Verbandgemeinde Loreley, das anlässlich der Mitgliederversammlung in Braubach vorgestellt wird. Es umfasst sowohl die Starkregenproblematik wie auch extreme Rheinhochwasser. 

Schutz und Vorsorge sind, insbesondere angesichts von extremen Hochwasser- und Starkregenereignisse, endlich. Somit rückt die Frage nach der Resilienz, d. h. die Widerstands-, Bewältigungs- und Anpassungsfähigkeit von Bevölkerung und Infrastrukturen gegenüber Extremereignissen ins Blickfeld. Der aktuelle Forschungsstand zur Resilienz und deren Stärkung wird der zweite thematische Schwerpunkt der Veranstaltung sein. 

Neben den Mitgliedern die HWNG sind auch Interessierte aus Verwaltungen, Institutionen, Verbänden etc., die sich mit Hochwasserfragen befassen, herzlich eingeladen. Weitere Details zum Programm entnehmen Sie bitte der Anlage. Für die Planung der Veranstaltung ist eine verbindliche Anmeldung spätestens bis zum 4. Nov. 2019, per Mail unter: ueifler@gstbrp.de, oder unter: 

Dr. Ute Eifler 

Hochwassernotgemeinschaft Rhein e. V. 

Deutschhausplatz 1 

55116 Mainz 

Tel.: 06131/2398-186 

Mobil: 0172/6993047 

Fax: 06131/2398-139 o. -146