Auf den ersten Blick ist die Hochwasserschutzanlage an den Betonbauwerken vor den Bahndamm-Unterführungen. Die senkrechten Nuten dienen zur Aufnahme der Dammbalken. Demzufolge ist der Bahndamm selbst Bestandteil der Anlage. Die Dichtwirkung erfolgt über eine mit Bentonit verfüllte Schlitzwand, die bis zu 14 Meter tief auf dem Felsen gründet und unmittelbar vor dem Bahndamm verläuft. Im Bereich der Trogstrecke vervollständigt eine Wand aus mobilen Dammbalken den Hochwasserschutz. Freigehalten wird der Altstadtbereich durch das Pumpwerk in der Rheinstraße. Dieses Pumpwerk wurde schon in den 1980er Jahren gebaut und fördert gemeinsam Oberflächenwasser und das Abwasser.
Hochwasserschutzanlage „Neustadt“
Auch für den Bauabschnitt Neustadt ist eine bis auf den Felsen hinab reichende Bentonit-Schlitzwand das elementare Werkzeug zum Schutz gegen die Rheinfluten. Von der Stiftstraße beginnend folgt das Bauwerk, in Verbindung mit dem vorgelagerten Deich, dem alten Auweg bis zum Finkenweg. Im Vergleich zur Anlage Altstadt bleibt im Bereich des Kleinspielfeldes ein offenes Grundwasserfenster. Dort gleicht sich das aus dem Hinterland drückende Grundwasser mit dem im Uferbereich vorhandene Grundwasser aus. Für den Fall eines Hochwassers regulieren 17 Galeriepumpen den Grundwasserpegel im geschützten Stadtteil. Genauer gesagt: Der Grundwasserspiegel wird unmittelbar unterhalb des Straßenniveaus gehalten. Somit werden die Keller auch bei zukünftigen Hochwässern nass.